Du sagst,
"Ich liebe die Blumen" - aber Du pflückst sie!
"Ich liebe die Bäume" - aber Du fällst sie!
"Ich liebe die Vögel" - aber Du sperrst sie ein!
"Ich liebe die Tiere" - aber Du isst sie!
Nun habe ich Angst Du sagst zu mir:
"Ich liebe Dich" [1]
Unser lieber blauer Planet. Hat nun schon stattliche 4,7
Mia. Jahre auf dem Buckel. Aber sowas hat er in dieser langen Zeit noch
nicht gesehen. Da gibt es ein Völkchen weißer Hominiden, die
ausgehend von der nördlichen Hemisphäre ihre sonderbaren
Sitten über den ganzen Globus verbreiten. Naja, mal ganz abgesehen
davon, dass sich schon ganz andere Dinge schnell über die ganze
Erdkugel verbreitet haben (z.B. Kriege und Seuchen), ist dieser Fakt
für sich allein noch nicht einmal so bemerkenswert. Nein, es ist
die Skurrilität dieser Gebräuche, die einen
Nicht-Eingeweihten vermuten lassen, dass es sich bei dieser Spezies um
eine Art Geisteskranker handeln muss.
Lukanga Mukara, der Afrikaner, der im Jahre 1912/13 im
Auftrag seines Könings Ruoma eine Forschngsreise ins Innerste
Deutschlands unternommen hatte, bemerkte dazu: "... weil es in
Deutschland keinen Mann gibt, der ohne Arbeit zufrieden sein
dürfte, es sei denn, er habe viel Geld. Sie arbeiten alle, weil
sie Geld haben wollen. Und wenn sie Geld haben, benutzen sie es nicht,
sich Glück zu verschaffen, was ja nichts kosten würde,
sondern sie lassen sich von anderen, die Geld gewinnen wollen,
einreden, sie müssten, um glücklich zu sein, alle
möglichen Dinge einkaufen, Dinge, die ganz unnütz sind und da
gemacht werden, wo der Rauch aufsteigt." [2]
"Kapitalismus ist der seltsame Glaube,
dass die
übelsten Menschen mit den übelsten Motiven irgendwie
zum
allgemeinen Wohl arbeiten werden." (John
Maynard Keynes, 1883 – 1946, Ökonom, Vater des
Keynsianismus)
Die Politiker jammern unisono über die hohe
Arbeitslosigkeit, die jüngst wieder einmal eine neue Schallmauer
durchbrochen hatte: 5,04 Mio. meldete die BA für Januar 2005 und
ein Aufstöhnen ging durch die Republik! Wieder wurden die alten
Konzepte aus der Mottenkiste gekramt: "Deutschland muss international
wettbewerbsfähiger werden ...", "... wir brauchen mehr Wachstum
..." , "... Konsumklima verbessern ...", "... Investitionsklima
verbessern ...", usw. usf. - tja, Leute, ihr glaubt also immer noch,
das Wirtschaftswachstum wird's schon richten? Also mehr konsumieren und
weniger sparen? Warum eigentlich? Es kauft der deutsche Mensch doch
ständig Dinge, die er nicht zum Leben braucht, und die ihn nicht
wirklich glücklich machen. Nach kurzer Zeit ist der Kram kaputt
oder er ist ihm überdrüssig, jedenfalls wandert das Zeug dann
auf den Müll. So. Warum gefällt es den Menschen hierzulande
eigentlich, sich so als 'Konsum-Sau' zu degradieren und dabei
ständig freiwillig mit überflüssigen Sachen
vollzustopfen? Die Jagd nach dem Glück? Nein, das gibt's nicht bei
Aldi und auch nicht im Mediamarkt. Wahrscheinlich wäre es besser,
wenn der ganze moderne Komsumquatsch gleich am Werkstor abgeholt und
direkt zur Mülldeponie gebracht werden würde. Die
Konsum-Jünger wären befreit; sie müssten ihre Zeit nicht
mehr damit vergeuden, jedem Schnäppchen hinterher zu jagen, sich
mit diesen (bzw. mit unauspacklichen Verpackungen,
unverständlichen Beipackzetteln und Bedienungsanleitungen) zu
beschäftigen und am Ende des Produkt-Lebenszyklus wieder für
deren Entsorgung zu sorgen. Sie hätten mehr Zeit, sich um Familie
und Freunde zu kümmern, mehr Zeit für die wirklich wichtigen
Dinge des Lebens. Sie würden sich mehr um die Menschen
kümmern, denen es so viel schlechter geht, weils's ihnen am
Nötigsten fehlt: an Nahrung! Und sie würden dabei auch nicht
ihre tierlichen Mitgeschöpfe vergessen, die sowieso am
allermeisten unter diesem industrialisierten Ausbeutungswahnsinn zu
leiden haben und umso mehr unserer Führsorge bedürfen.
Nebenbei spart man 'ne Menge Geld - sehr gut, denn immerhin ist Geiz
geil! Was kann also besser sein, als gar nichts mehr auszugeben? Die
Werktätigen könnten ihren Arbeitslohn gleich nach dem Erhalt
wieder den Konzern-Bossen in den Rachen stopfen - dann sind die auch
endlich zufrieden und gleichzeitig werden immerhin auch die Banken
überflüssig. Tja, und die Produktion macht sowieso
größtenteils Kollege Robot! Schöne neue Welt! Und die
Arbeitslosgkeit? Ganz einfach: Wenn die Autos direkt vom Daimler-Werk
zur Schrottpresse wandern, müssen die Leute wieder zu Fuß
gehen und ihre Lebensmittel im Schweiße ihres Angesichts in
Handarbeit dem Acker abringen. Das schafft Millionen
Arbeitsplätze! Ohje! Schon beim Lesen spürt man sein Kreuz!
Gibt's denn keine Alternative? Nein! Wohin führt uns denn die
Wachstums-Doktrin? Doch direkt in den System-Zusammenbruch, ins globale
Chaos zusammenbrechender Volkswirtschaften. Und die Folge sind
Heerscharen an Arbeitslosen, deren Zahl wir uns heute noch gar nicht
vorstellen können. Mal ganz abgesehen von der drohenden
Rohstoffverknappung. Stichwort Welternährung: Schon heute wird
etwa die Hälfte der Weltgetreideernte ans Vieh verfüttert -
eine höchst ineffektive Form der Nahrungsmittelproduktion, da rund
90% Eiweiß bei der Umwandlung von Pflanze in Fleisch verloren
gehen (das verbraucht das Tier für den eigenen Stoffwechsel). Aus
einem Hektar Land könnte man stattliche 8.000 kg Kartoffeln oder
lächerliche 50 kg Rindfleisch herausholen. Leider steigt der
Welt-Fleischkonsum weiter kontinuierlich an. Hochwertiges Ackerland
wird weiterhin durch Baumaßnahmen versiegelt, geht durch Erosion
verloren, wird durch Vergiftung unfruchtbar oder in Anbauflächen
für pflanzliche Rohstoffe umgewidmet (denn irgendwann hört
auch das Öl auf zu sprudeln). Der Klimawandel und seine Folgen
besorgt den Rest. Gleichzeitig wird für die Mitte des Jahrhunderts
eine Weltbevölkerung von 9,1 Mia. prognostiziert (gegenüber
6,5 Mia. Anfang 2005). Wie soll man die satt kriegen? Ganz zu schweigen
von all den anderen Bedürfnissen wie Haus, Auto, Farbfernseher,
Urlaubsreise und jeden Tag Kadaverkost auf dem Tisch?. Das ist
Mathematik für Anfänger: geht sowas gut? Die Politiker sagen:
"ja!" und "weiter so". Aber Mathematik und die Krebszelle lehren uns:
jedes Wachstum hat eine Ende, spätestens dann, wenn der
Wirts-Organismus unter dem wuchernden Chaos kollabiert. Und der Kollaps
kann schon bald kommen - das ist ja die Tücke am exponetiellen
Wachstum!
Apropos Krebs. Da fällt mir akut was zum Rauchen ein. Lassen wir nochmal unseren Lukanga Mukara zu Wort kommen:
"... Sie rollen die trockenen Stinkblätter zusammen
und tragen von diesen Rollen stets einen Vorrat in ihrem Kleide mit
sich. Sie tragen aber auch kleine Holzstücke zum Feuerreiben in
einer Tasche des Kleidergewebes. Der Sungu, der rauchstinken will,
nimmt eine Rauchrolle aus der Tasche, beißt mit den
Schneidezähnen die Spitze der Rolle ab und spuckt sie aus. ...
Dann reibt er Feuer und steckt die Rolle an dem Ende, das aus dem Munde
heraushängt, in Brand, wobei er Luft durch die Rolle
hindurchsaugt. Diese Luft vermengt sich nun mit dem Rauch und der Rauch
dringt in den Rachen des Sungu. Dann bläßt er ihn aus, . ...
Manche saugen den Rauch in die Lunge ein und blasen ihn aus den
Nasenlöchern aus. Wahrscheinlich lacht ihr und wollt nicht
glauben, dass ein Mensch aus seinem Munde Rauch bläßt. Ich
habe mich aber an diesen Anblick schon so gewöhnt, dass ich nicht
mehr darüber lache. Die Rauchrollen glühen nur, sie brennen
nicht. Die Asche aber wird in kleine Gefäße getan, die in
den Häusern überall aufgestellt sind, wo Rauchstinker wohnen.
Nicht alle Wasungu stinken Rauch. Man unterscheidet Stinker und
Nichtstinker und unter den Stinkern wieder starke Stinker und solche,
die nur manchmal Rauch machen. Die Unterscheidung ist sehr wichtig,
weil sie den Wasungu Gelegenheit gibt, darüber zu sprechen, ein
Gespräch mit einem Unbekannten zu beginnen und zu zählen,
wieviele Rauchrollen jeder Einzelne täglich verbrennt. ...
Oft höre ich ein solches Gespräch, einer fragt: "Willst du
eine Rauchrolle?" Der andere sagt: "Nein, ich mache nicht Rauch." Dann
sagt der erste seinen Namen und wippt dabei mit dem Oberkörper
nach vorn. Dann erklärt der Rauchstinker, es sei eine Gewohnheit,
die er nicht lassen könne; alles andere könne er entbehren,
nur Rauch müsse er stinken, er stinke schon seit soundsoviel
Jahren, jetzt habe es ihm der Medizinmann verboten, er mache es deshalb
heimlich, er habe ein krankes Herz und versteinerte Blutadern und oft
Schwindel im Kopf; es gäbe Rauchrollen, die weniger schädlich
sein sollten, aber die schmeckten nicht so gut, und sein Vater und
dessen Brüder alle hätten auch immer ihren Rauch gestunken,
ein Vetter von ihm aber sei Nichtstinker und letzte Woche seien die
Rauchrollen wieder teurer geworden. ...
Die Folgen des Rauchstinkens sollen mannigfaltig sein. Die Stinker
sterben früher als die Nichtstinker, was allerdings eine Freude
ist für die, die sich von dem Unterschiede der Zahlen
ernähren, die Zahlenkarle. Viele bekommen Geschwüre in den
Magen, die Lungen verfaulen frühzeitig, die Blutadern werden
steinig, der Kopf schmerzt und die Kinder der Rauchstinker sind
kränklich. ...
Gütiger Herr, hüte Kitara vor den Rauchstinkern." [3]
Die Raucher mögen es mir verzeihen, aber dieser
Text war einfach zu köstlich, um hier nicht zitiert zu werden.
Lukanga Mukara, der einem Negerstamme angehört der von
Früchten lebt, kam ein weiterer Brauch der Europäer sehr
seltsam vor, nicht zuletzt ob seiner abstoßenden Grausamkeit: die
Kadaver-Fresserei. Nachfolgend seine Einschätzung zu dieser
unseligen Sitte, die nicht zuletzt aufgrund der Risiken für die
Welternährung auf dem Müllhaufen der Geschichte landen sollte.
"Großer und mächtiger Herr! Gebiete Deinem
Volke zwei Tage Schweigen, damit das Furchtbare, das ich Dir jetzt
erzählen werde, in Deinem Verstande Platz finde: Die Wasungu sind
Seelenesser, sind Kannibalen.
Sie vermischen die Nahrung, die die Erde spendet, mit Teilen
verschiedener Tiere. Besonders Schweine, Rinder und Pferde werden
getötet und in viele Teile zerschnitten und zerhackt. ... Nur
Menschen dürfen nicht geschlachtet und gegessen werden. ...
Ich sah einen Mann, der aufgeschnittene Kälberleichen, die noch
blutig waren, von einem Wagen auf die Schulter nahm und in einem Hause
aufhängte, daß jeder, der vorbeiging, die Leichen sehen
mußte. Und Männer und Frauen gingen vorbei und waren
fröhlich, obwohl sie das sahen. Der Mann hängte auch innere
Teile von Tieren auf und schrieb Zahlen daran, weil er Gled dafür
haben wollte, wenn Menschen es kaufen. Die Leichen werden in Teile
gerissen und die Teile einzeln verkauft, als seien es Früchte.
Auch das Blut der Tiere wird gegessen.
Ich sagte: die Wasungu essen. Das ist nicht richtig: sie schlucken. Und
alles, was sie in den Mund hineintun, ist dazu vorbereitet, daß
es hinuntergeschluckt und nicht gegessen werde. Es sind unter den
Wasungu wohl einige, die sich darauf verstehen Nahrung zu essen; die
meisten aber sind Schlucker.
Ihre Sprache kennt zwei Worte für 'Nahrung eintun': 'Essen' und
'Fressen'. Die Schlucker sagen von sich selbst, daß sie essen und
daß die Tiere fressen. Als ich aber einem Sungu zeigte, wie ein
Rind auf der Weide Kräuter suchte und ihm sagte, auch er solle
doch lieber 'fressen', wie das Tier, da wurde er böse.
Die Wasungu machen die Schweine, die sie essen wollen künstlich
krank, damit sie ganz dick werden. Sie zwingen die Tiere, hastig zu
schlucken und dann zu ruhen. So mästen sie die Tiere. Und wie die
Schweine, mästen sie auch sich selbst. ...
Sie leben in beständiger Angst, daß sie nicht genug
Gemischtes und Erhitztes in den Leib bekommen. Nur um wirkliche Nahrung
sind sie ganz unbesorgt, ja sie verachten die Nahrung, weil sie
fürchten, dadurch nur tatkräftig und lebensfroh, und nicht
dick zu werden.
Sie wenden viel Mühe an, die Dinge, die sie in ihre Töpfe
werfen, zu zerstören und ihnen den Sonnengeschmack zu nehmen,
wobei starkes und lang dauerndes Feuer ihr wichtigstes Hilfsmittel ist.
Danach tun sie an alle Speisen Salz, und dann sagen sie: "es schmeckt".
Salz ist bei den Wasungu dasselbe wie 'Geschmack'. Und was nach Salz
schmeckt, davon schlucken sie so viel hinunter, bis sie nicht mehr
hineintun können.
Schlechte Sachen, die niemand essen würde, so zurechtzumachen,
daß sie geschluckt werden können, und gute so weit zu
zerstören, daß sie den schlechten gleich sind: das gilt bei
ihnen als eine große Kunst, und besonders die Frauen
beschäftigen sich fast den ganzen Tag über mit dieser Kunst,
die 'Kochen' oder 'Braten' heißt, je nachdem, ob Wasser oder Fett
dabei erhitzt wird. ...
Ich glaube, dass auch das Kochen von den Männern erfunden wurde,
um den Frauen Zeit zum Denken zu nehmen und sie in Dummheit zu halten.
Und jetzt glauben alle, daß es zum Leben nötig sei.
Vielleicht aber rächt eine höhere Gewalt den Frevel der
Männer; denn er zwingt sie ja, das Gekochte zu schlucken, damit
die Frauen nicht aufhören, zu kochen. Und so werden auch sie zur
Trägheit verdammt, weil sie gemästet werden.
Strahlender Fürst! Deinem Diener ist es hier nicht leicht gemacht,
sich menschenwürdig zu nähren. Aber fürchte nichts:
Lukanga nährt sich auch unter den Hundefressern mit Sonnenkraft."
[4]
"Gerechter Himmel! Aus wie vielen Marterstunden
der Tiere lötet der Mensch eine einzige Festminute der Zunge
zusammen." (Jean Paul)
Und weil wir wieder mal beim Essen sind: Willst du in
Gaumenfreuden schwelgen, so verzichte getrost auf Fleisch, Ei Milch und
Käse - getreu dem Motto: "Das höchste Glück ist das, das
wir mit allen teilen". Und denke daran: Steak, das 'Brot' der Reichen,
das wird's spätestens im Jahr 2050 eh' nicht mehr geben (s.o.).
Ich war hungrig - und Ihr habt meine Nahrungsmittel Eurem Vieh verfüttert.
Ich war hungrig - und Ihr wolltet nicht auf das Steak aus Südamerika verzichten.
Ich war hungrig - und Eure Konzerne pflanzten auf meinen besten Böden Eure Wintertomaten.
Ich war hungrig - aber wo Reis für meine tägliche Mahlzeit wachsen könnte, wird Tee für Euch angebaut.
Ich war hungrig - aber Ihr habt aus Zuckerrohr und Maniok Treibstoff für Eure Autos destilliert.
Ich war hungrig - aber die Abwäser Eurer Fabriken vergiften die Fischgründe.
Ich war hungrig - aber mit Eurem Geld habt Ihr mir die Nahrungsmittel weggekauft.
Ich war hungrig - aber für Eure Schlemmer werden exotische Früchte auf meinem Land angebaut.
Ich war hungrig - aber Ihr habt mir nicht zu essen gegeben. [5]
Was wir brauchen sind lokale Gemeinschaften, weltweit
vernetzt, statt zentral verwaltete globale Anonymität und
Ellenbogenmentalität. Nur darauf lassen sich Frieden und Zukunft
aufbauen: Kooperation statt Wettbewerb, Solidarität statt
Gleichgültigkeit, Altruismus statt Egoismus - und das auf alle
Geschöpfe dieser Erde angewendet! One world - one vision! Alles
hängt mit allem zusammen, und eine Welt, in der es viele Verlierer
und nur einen Gewinner gibt (den Menschen), ist für alle verloren!
Zwischendurch mal wieder was zum Schmunzeln: Familie
Vielfraß im Restaurant, der Ober bietet freundlich an: "Für
schnelles Brustkrebswachstum empfehle ich der Dame Knödel mit
Speck vom speziell Antibiotika-gespritzten Schwein. Vielleicht auch
Schnitzel vom mit vielen Wachstumshormonen gemästeten Kalb. Als
besonders Prostatawucherungs-fördernd rate ich dem Herrn Gemahl zu
einem Steak von Rindern mit reichlich Clenbutherol-HIC-Injektionen,
lange Krankschreibungszeiten garantiert. Für das Töchterlein
haben wir heute die hausgemachten Salzburger Nockerl, die in Verbindung
von bester Puderzuckerung mit Klebemehl schnellstens zu schönen
künstlichen Zähnen verhelfen. Unsere Schokoladen-Mousse als
Abschlussdessert erspart Ihnen allen dann noch für einige Tage den
lästigen Gang zum WC." [6]
...
aber warum sollten sie das machen? Wenn nicht aus Rache! Immerhin sind
Gänse genausowenig wie Menschen aus biologischer Sicht
Fleischfresser oder gar Raubtiere. Dennoch meinen die meisten Menschen
ohne den Tierleichenfraß nicht leben zu können. Dass sie davon
krank werden und - von der modernen Medizin mit Pillen und Apparaten
mühsam am Leben gehalten - nach langem Siechtum schließlich
qualvoll krepieren, das wird ignoriert. Ob die Werbebotschaft "Fleisch
ist ein Stück Lebenskraft" wohl doch verfängt? Oder macht
Fleisch süchtig wie Alkohol oder Nikotin? Rational ist dieses -
gestörte - Essverhalten jedenfalls nicht mehr zu erklären.
Abartig ist es sowieso, denn der Mensch ist nunmal ein
Früchteesser. Wer's immer noch nicht wahrhaben will, der möge
doch mal folgendes Gedankenexperiment machen:
"Stelle Dir ein Lebewesen ohne Feuer und Kochtöpfe vor, wie es
unsere frühen Vorfahren waren. Du hast Deine Nahrung zu nehmen,
wie sie Mutter Natur darbietet. Stelle Dir die Fülle der Nahrung
um Dich herum vor. Würdest Du versuchen, ein Kaninchen als Deine
Nahrung zu greifen, es töten, seinen Kopf in Deinem Mund
zerquetschen und es roh mit Blut, Knochen, Fleisch und Innereien essen,
wie es Raubtiere tun? Ich denke nicht, daß dieses Bild für
Dein Auge attraktiv als Nahrung sein würde. Es würde keinen
Wohlgeruch erzeugen, der Dich zum Genießen einlädt.
Würdest Du vielleicht Deine Finger danach lecken? Würdest Du Grassamen pflücken und sie als Deine Kost kauen?
Entzücken sie Deine Augen, regen sie Deine Geschmacksnerven an?
Hast Du roh wirklich Appetit darauf? Betrachte so sämtliche
Nahrungsarten, wie Gras, Insekten, Saaten, Samen (Kräuter oder
Gemüse), Früchte usw. Bei all diesen verschiedenen Arten von
Nahrungsstoffen bleibt nur eine Nahrung übrig, die Deine
ästhetischen Empfindungen treffen wird, die
1. Dein Auge mit ihrer Schönheit und Erscheinung bezaubern
2. Deinen Geruchssinn mit ihrem Aroma und Duft entzückt
3. geschmacklich beim Essen Vergnügen bereitet.
Ich wette, Du wirst jeden Tag eine Wassermelone dem Saugen an den
Zitzen einer Kuh vorziehen. Ich wette, Du hättest lieber ein
Büschel Trauben als einen Haufen Samen. Ich prophezeie Dir,
daß Du eine Banane einem toten Huhn vorziehen wirst. Ich setze
mein Leben dafür aufs Spiel, daß Du für herrliche,
reife Pfirsiche Heuschrecken und Insekten liegenlassen wirst!", Zitat
T. C. Fry [7]
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen ...
Quellen:
[1] Alexander Nabben, Genug für uns alle, Seite 42
[2] Hans Paasche, Die Forschngsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins Innerste Deutschlands, Zweiter Brief
[3] Hans Paasche, dto., Achter Brief
[4] Hans Paasche, dto., Fünfter Brief
[5] Alexander Nabben, Genug für uns alle, Seite 9
[6] Alexander Nabben, Genug für uns alle, Seite 58
[7] Helmut Wandmaker, Rohkost statt Feuerkost, Seite 52
(1 bis 6 zu beziehen beim Packpapierverlag Osnabrück, www.packpapier-verlag.de)